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ToggleWarum bin ich bei Hitze so müde? Dein Körper arbeitet längst im Hochleistungsmodus.
Arbeiten im Sommer fühlt sich oft unpropduktiv an, so kannst du anders damit umgehen.
Das ist völlig normal bei extremer Wärme, wenn du arbeitest.
Du liest denselben Absatz zum dritten Mal. Die Mail, die du normalerweise in wenigen Minuten schreibst oder beantwortest, liegt noch immer geöffnet vor dir. Selbst eine kleine Entscheidung fühlt sich plötzlich anstrengend an.
Und während du versuchst, dich stärker zu konzentrieren, meldet sich dieser unangenehme Gedanke:
„Warum bin ich bei dieser Hitze so müde? Ich sitze doch nur am Schreibtisch.“
Genau darin liegt der Denkfehler. Du sitzt vielleicht still. Es ist dein Körper, der innerlich auf Hochtouren arbeitet und alles andere tut, als sich wenig zu bewegen.
Während du arbeitest, telefonierst oder dich durch eine Besprechung bewegst, läuft in deinem Inneren ein aufwendiges Schutzprogramm. Dein Körper versucht, seine Temperatur stabil zu halten und deine Organe vor Überhitzung zu schützen. Diese Arbeit ist von außen nicht sichtbar. Sie kostet dennoch viel Energie und auch Kraft.
Darum macht Hitze müde.
Dein Körper produziert ständig Wärme. Sie entsteht unter anderem durch Verstoffwechselung deiner Nahrung und Getränke und die Arbeit deiner Muskeln.
Unter normalen Bedingungen kann er diese Wärme an die Umgebung abgeben. Steigt die Außentemperatur, wird das für den Köper herausfordernder. Besonders belastend wird es, wenn zusätzlich die Luftfeuchtigkeit hoch ist oder kaum Luftbewegung vorhanden ist. Wie aktuell in Deutschland bei der intensiven Hitzephase.
Dein Körper muss nun aktiver gegensteuern. Dafür nutzt er vor allem zwei Mechanismen:
– Er leitet mehr Blut zur Haut.
– Er produziert Schweiß.
Beides klingt zunächst unspektakulär. Für deinen Kreislauf bedeutet es jedoch enorme zusätzliche Arbeit.
Dein Herz-Kreislauf-System übernimmt eine Extraschicht.
Bei Wärme erweitern sich die Blutgefäße in deiner Haut. Dadurch kann mehr warmes Blut aus dem Körperinneren an die Oberfläche gelangen.
Damit die Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann.
Das bedeutet gleichzeitig: Dein Kreislauf muss das Blut anders verteilen. Dein Herz muss dafür sorgen, dass deine Haut ausreichend durchblutet wird und deine Organe weiterhin zuverlässig versorgt bleiben.
Wenn du zusätzlich schwitzt und Flüssigkeit verlierst, kann das Blutvolumen abnehmen. Das Herz muss dann unter Umständen schneller schlagen, um den Kreislauf stabil zu halten.
Du merkst davon vielleicht nur:
– Du fühlst dich schlapp.
– Du wirst schneller müde.
– Das Aufstehen fällt dir schwerer.
– Dein Kopf fühlt sich an, als hätte jemand die Geschwindigkeit heruntergeregelt.
Darum ist es wichtig zu verstehen: Dein Körper ist nicht untätig.
Er leistet gerade mehr. Schweiß kühlt dich erst, wenn er verdunstet.
Ein Detail wird häufig übersehen: Schweiß allein kühlt deinen Körper noch nicht.
Die Kühlung entsteht erst, wenn der Schweiß auf deiner Haut verdunstet. Für diese Verdunstung wird Wärme benötigt. Diese Wärme wird deiner Haut entzogen.
Deshalb kann ein Luftzug angenehm sein. Er unterstützt die Verdunstung und damit die Kühlung.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit funktioniert dieser Mechanismus schlechter. Die Luft enthält dann bereits viel Feuchtigkeit und kann weniger zusätzlichen Wasserdampf aufnehmen.
Das Ergebnis:
Du schwitzt stärker, verlierst mehr Flüssigkeit und fühlst dich trotzdem kaum abgekühlt.
Kein Wunder, dass schwüle Hitze oft besonders erschöpfend wirkt.
Das ist der Grund, warum du bei Hitze unkonzentriert und langsamer sein kannst.
Hitze beansprucht nicht nur deinen Kreislauf. Auch deine geistige Leistungsfähigkeit kann und wird in den meisten Fällen darunter leiden.
Untersuchungen zu Hitzebelastung zeigen, dass hohe Temperaturen Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Konzentration und komplexe Entscheidungen erschweren können.
Das betrifft besonders Aufgaben, bei denen du über längere Zeit fokussiert bleiben musst.
Vielleicht kennst du diese Momente:
– Du suchst nach einem einfachen Wort-
– Du überliest einen Fehler, der dir sonst sofort auffallen würde.
– Du musst Informationen mehrmals lesen.
– Du schiebst eine Entscheidung vor dir her, obwohl sie eigentlich gar nicht kompliziert ist.
Das bedeutet nicht automatisch, dass du unmotiviert oder unproduktiv bist.
Dein Gehirn arbeitet unter Bedingungen, die deinem gesamten Körper mehr Regulation abverlangen.
Hinzu kommt, dass Flüssigkeitsmangel die Belastung verstärken kann. Schon bevor du starken Durst bemerkst, kann dein Körper begonnen haben, Wasser einzusparen.
Deshalb ist es sinnvoll und essentiell, regelmäßig zu trinken und nicht erst dann, wenn dein Mund trocken ist oder Kopfschmerzen auftreten.
Unsichtbarer Leistungsdruck.
Das eigentliche Problem beginnt häufig nicht mit der Hitze. Es beginnt mit deiner Bewertung dazu.
Du merkst, dass du langsamer wirst, und denkst: „Ich muss mich einfach mehr zusammenreißen.“
Du lässt die Pause ausfallen.
Du bleibst länger am Schreibtisch.
Du versuchst, das fehlende Tempo durch noch mehr Anstrengung auszugleichen.
Du erwartest von dir dieselbe Leistung wie an einem kühlen Tag.
Doch dein Körper verhandelt nicht mit deinen Ansprüchen. Er priorisiert Schutz. Er versucht, deine Temperatur zu regulieren, deinen Kreislauf aufrechtzuerhalten und ausreichend Flüssigkeit für lebenswichtige Prozesse zu bewahren.
Mehr Druck macht diese Aufgaben nicht kleiner oder leichter. Dieser Druck sorgt stattdessen dafür, dass du deine eigenen Signale noch länger ignorierst oder sie übergehst.
Lies weiter, wenn du Tipps lesen möchtest.
Hier kannst du mehr von mir lesen oder hören.
Du bist nicht faul. Du und dein Körper arbeiten unter erschwerten Bedingungen.
Ich finde diesen Gedanken wichtig:
Du musst dich nicht dafür rechtfertigen, dass dir die Arbeit bei Hitze schwerer fällt.
Du bist nicht plötzlich weniger belastbar.
Du bist nicht undiszipliniert.
Und du hast nicht über Nacht deine Konzentrationsfähigkeit verloren.
Dein Körper reagiert auf eine reale und intensive Belastung.
Natürlich erlebt nicht jeder Mensch Wärme gleich. Wie stark du reagierst, hängt unter anderem von der Temperatur, der Luftfeuchtigkeit, deiner körperlichen Verfassung, deiner Flüssigkeitsversorgung, deinen Medikamenten und deiner Gewöhnung an Wärme ab.
Trotzdem darfst du ernst nehmen, was du spürst. Auch dann, wenn andere scheinbar problemlos weiterarbeiten.
Tipps gegen Müdigkeit bei Hitze und was du tun kannst.
Du musst deinen Arbeitstag nicht komplett absagen. Du kannst ihn anders gestalten.
- Lege anspruchsvolle Aufgaben möglichst in die kühleren Stunden. Morgens fallen konzentrierte Tätigkeiten häufig leichter als am späten Nachmittag.
- Plane kurze Pausen ein, bevor dein Kopf völlig abschaltet.
- Trinke regelmäßig. Bei starkem Schwitzen verliert dein Körper neben Wasser auch Salze. Was du konkret brauchst, hängt von deiner Belastung und deiner gesundheitlichen Situation ab.
- Nutze kühlere Räume, Schatten und Luftbewegung, soweit das möglich ist.
- Reduziere unnötige Wege und körperliche Anstrengung.
- Verschiebe Entscheidungen, die hohe Konzentration verlangen, wenn du merkst, dass dein Kopf gerade nicht klar arbeitet.
Und vor allem:Passe deine Erwartungen an die Bedingungen an.
Das ist keine Schwäche. Das ist vernünftige Selbstführung. Ein Gang weniger oder runterzuschalten ist kein Rückschritt.
Viele Frauen haben gelernt, ihren Wert an Zuverlässigkeit, Tempo und Leistung zu messen, denn sie wollen niemanden enttäuschen. Sie möchten nicht empfindlich wirken. Sie wollen zeigen, dass man sich auf sie verlassen kann.
Also machen sie immer wie gewohnt weiter. Auch dann, wenn der Körper längst signalisiert, dass er eine Pause braucht.
Doch Selbstführung bedeutet nicht, dich unter allen Bedingungen zum Funktionieren zu bringen.
Selbstführung bedeutet, wahrzunehmen, was gerade los ist, und eine angemessene Entscheidung zu treffen.
Manchmal lautet diese Entscheidung:
- Heute arbeite ich langsamer.
- Heute mache ich früher Pause.
- Heute ist gut genug wirklich gut genug.
Hitze kann medizinisch gefährlich werden.
Hitze kann mehr sein als unangenehm. Warnzeichen wie starke Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen, Ohnmacht, Krampfanfälle oder eine sehr hohe Körpertemperatur können auf einen medizinischen Notfall hinweisen.
Dann ist schnelle medizinische Hilfe notwendig.
Auch ältere Menschen, Schwangere, Kinder, Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen, können empfindlicher auf hohe Temperaturen reagieren. Darum sprecht im Unternehmen offen darüber, wenn ihr Hitzeempfindlich seid, um aufeinander Acht geben zu können.
Bei Beschwerden oder Unsicherheit solltest du ärztlichen Rat einholen.
Warum bin ich bei Hitze so müde?
Weil dein Körper gerade für dich arbeitet. Ich wünsche dir, dass du dir vielleicht diese Frage ab heute etwas anders beantwortest.
Nicht mehr mit: „Was stimmt mit mir nicht?“
Stattdessen mit: „Was leistet mein Körper gerade zusätzlich?“
Dein Körper versucht nicht, dich auszubremsen, im Gegenteil er versucht, dich zu schützen. Und du darfst ihn dabei unterstützen.
- Mit Wasser.
- Mit Pausen.
- Mit weniger Tempo.
- Und mit einer inneren Haltung, die nicht aus jedem langsamen Tag ein persönliches Versagen macht.
Du musst bei Hitze nicht beweisen, wie viel du aushältst. Du darfst gut auf dich aufpassen, bevor dein Körper dich dazu zwingt, so kannst du auch m Sommer weiterhin gut arbeiten und bleibst trotz Hitze in der Lage gut mit deiner Energie und Kraft zu haushalten.
Quellen
Weltgesundheitsorganisation, Heat and health:
https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/climate-change-heat-and-health
Centers for Disease Control and Prevention, National Institute for Occupational Safety and Health, Heat Stress:
https://www.cdc.gov/niosh/heat-stress/
Occupational Safety and Health Administration, Heat Exposure:
https://www.osha.gov/heat-exposure
Hancock, P. A. und Vasmatzidis, I., Effects of heat stress on cognitive performance: the current state of knowledge, International Journal of Hyperthermia, 2003:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12623682/
Wenn du jetzt spürst: „Da ist mehr möglich für mich.“
Dann ist das kein Zufall. Dann ruft etwas in dir nach Veränderung des Musters. Nach innerer Ruhe. Nach dem Wunsch, dich selbst wieder zu spüren, ohne schlechtes Gewissen. Und ohne dich dafür verbiegen zu müssen.
In meinem kostenfreien 1:1 Orientierungsgespräch schauen wir gemeinsam:
- Was dich im Moment wirklich ausbremst
- Was dein Körper dir sagen will, obwohl deine Gedanken dir immer wieder was anderes sagen.
Und wie du zurück zu innerer Stabilität findest, Schritt für Schritt, alltagstauglich, stärkend.
Herzlichst,
Bettina
Dein nächster Schritt:
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Dabei darfst du es dir selbst leichter machen. Und du musst diesen Weg nicht allein gehen
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