Table of Contents
TogglePeople Pleasing: Warum du JA sagst, obwohl du NEIN meinst und wie du Grenzen setzt.
Über People Pleasing, NEIN sagen und Grenzen setzen.
Bist du zu nett?
Du stehst im Laden. Eigentlich wolltest du nur kurz schauen. Vielleicht ein Geschenk, vielleicht ein Kleidungsstück, vielleicht einfach ein bisschen bummeln, weil dein Kopf voll ist.
Die Verkäuferin kommt direkt auf dich zu. Freundlich, zugewandt, aufmerksam.
„Das steht Ihnen bestimmt fantastisch“, sagt sie und hält dir etwas hin. Sie lächelt. Sie wirkt engagiert. Sie gibt sich so richtig viel Mühe und zeigt Einsatz.
Du gehst mit in die Umkleide. Du probierst es an. Du schaust in den Spiegel und spürst innerhalb von zwei Sekunden: Nein. Das ist es nicht. Zu eng, zu auffällig, nicht dein Stil. Du fühlst dich nicht wohl.
Und trotzdem hörst du dich sagen: „Ja, ist schön.“
In deinem Kopf läuft inzwischen ein ganz anderes Programm:
Sie war so bemüht. Ich will sie nicht enttäuschen. Ich will nicht unhöflich wirken. Ich will nicht schwierig sein.
Was passiert nun? Du kaufst, obwohl du das Teil eigentlich nicht magst.
In deinem Kopf läuft inzwischen ein ganz anderes Programm: Sie war so bemüht. Ich will sie nicht enttäuschen. Ich will nicht unhöflich wirken. Ich will nicht schwierig sein.
Was passiert nun? Du kaufst, obwohl du das Teil eigentlich nicht magst.
Du verlässt den Laden. Und kaum ist die Tür hinter dir zu, passiert etwas, das viele gut kennen: ein kleiner Stich im Bauch. Eine Mischung aus Ärger, Scham und diesem leisen Gefühl, dich selbst übergangen zu haben.
Nicht wegen des Kleidungsstücks, sondern weil du gerade etwas gemacht hast, das sich wie Selbstverrat anfühlt, nur nett verpackt.
Willkommen beim People Pleasing.
Und jetzt kommt der Twist, der dich weiterbringt: Das Problem war nicht die Verkäuferin. Das Problem war, dass du deine Grenze nicht ausgesprochen hast.
Was ist People Pleasing?
People Pleasing bedeutet, dass du Harmonie und Zustimmung häufig über deine eigenen Bedürfnisse stellst. Du sagst Ja, obwohl du Nein meinst, weil du Ablehnung, Enttäuschung oder Konflikte vermeiden willst.
People Pleasing ist keine Persönlichkeitseigenschaft. Es ist oft eine erlernte Strategie: Sicherheit durch Anpassung.
Viele People Pleaser haben irgendwann gelernt, dass es leichter ist, sich selbst zurückzunehmen, als Spannung auszuhalten.
Der Zusammenhang: People Pleasing ist ein Grenzen-Thema.
Viele denken: „Ich bin einfach zu nett.“
In Wahrheit steckt dahinter meist: „Ich will kein Unbehagen auslösen.“
Unbehagen kann heißen:
Jemand ist enttäuscht. Jemand wirkt genervt. Jemand findet dich unbequem. Es entsteht kurz Spannung.
People Pleasing sagt: Ich schlucke meine Wahrheit, damit es im Außen ruhig bleibt.
Grenzen setzen sagt: Ich bleibe bei mir, auch wenn es im Außen kurz wackelt.
Grenzen sind keine Mauern. Grenzen sind Wegweiser. Sie zeigen dir und anderen, was für dich passt und was nicht.
People Pleasing im Beruf bremst dich aus.
Im Job wirkt People Pleasing oft wie eine Stärke. Du bist hilfsbereit, flexibel, zuverlässig. Viele werden genau dafür gelobt. Und gleichzeitig hat es Nebenwirkungen, die dich langfristig ausbremsen. DU ÜBERNIMMST ZU VIEL.
Du sagst schnell zu, springst ein, machst „noch kurz“. Dein Kalender wird voller, deine Energie weniger. DEINE GRENZEN SIND UNSICHTBAR, ALSO WERDEN SIE ÜBERSCHRITTEN.
Wenn du selten klar Nein sagst, entsteht schnell eine stille Erwartung: Du machst das schon. DU WIRKST WENIGER KLAR IN DEINER POSITION.
Klarheit ist im Beruf Gold. People Pleasing macht Kommunikation weichgespült. Du relativierst, erklärst dich, weichst aus, statt zu stehen. DU VERLIERST PROFIL UND SICHTBARKEIT.
Wer sich ständig anpasst, zeigt selten Kontur. Dabei sind es Haltung, Prioritäten und klare Entscheidungen, die beruflich Vertrauen schaffen.
Paradox, aber wahr: Wer es allen recht machen will, wird oft weniger respektiert, nicht mehr.
Hier kannst du mehr von mir lesen oder hören.
People Pleasing an diesen typische Anzeichen erkennen.
Schau mal, ob du dich hier wiederfindest:
- Du sagst Ja, obwohl du innerlich Nein spürst
- Du erklärst dich übermäßig, um niemanden zu verärgern
- Du hast schnell ein schlechtes Gewissen, wenn du Grenzen setzt
- Du bist sehr sensibel für Stimmungen anderer
- Du willst nicht „zur Last fallen“
- Du ärgerst dich später über dich selbst (oder heimlich über andere)
- Du bist häufig erschöpft, obwohl objektiv „gar nicht so viel“ war
Dein Körper ist oft ehrlicher als dein Mund. Enge, Kloß im Hals, Druck in der Brust sind häufige Warnsignale. Und deshalb setzt du leider auch oft zu selten oder zu wenige Grenzen.
Grenzen setzen in 5 Schritten, die alltagstauglich sind, lernen.
1) Baue eine Mini-Pause ein
Sage nicht sofort JA, sage stattdessen: „Ich schaue kurz, ob das für mich passt und gebe dir Bescheid.“ Diese Pause unterbricht den People-Pleasing-Autopiloten.
2) Benenne deine Grenze zuerst für dich
Leise innerlich reicht: „Ich will das nicht.“ oder „Das ist mir zu viel.“ People Pleasing lebt davon, dass du dich selbst überhörst.
3) Nutze klare, freundliche Sätze (ohne Rechtfertigungsroman)
Satzvorlagen (kurz, ruhig und klar) für Alltag und Job:
- „Danke, ich entscheide mich dagegen.“
- „Das passt für mich nicht.“
- „Ich kann das diese Woche nicht übernehmen.“
- „Ich habe dafür keine Kapazität.“
- „Ich unterstütze gern, aber nicht in dieser Priorität.“
4) Übe, dass Enttäuschung sein darf
Jemand ist kurz enttäuscht, das ist normal. Das ist kein Beweis, dass du falsch bist. Merksatz: Unangenehm ist nicht gefährlich.
5) Starte klein und sammle Beweise
Beginne nicht beim großen Konfliktgespräch. Jeder kleine Schritt stärkt deinen Selbstwert, weil du dir selbst zeigst: Ich nehme mich ernst. Beginne im Kleinen, wie zum Beispiel:
- im Laden freundlich ablehnen
- bei einer Zusatzaufgabe sagen: „Diese Woche nicht.“
- einen Termin vorschlagen, der zu dir passt
Zurück zur Verkäuferin: Ein anderes Ende mit gesetzter Grenze.
Du schaust in den Spiegel. Du spürst es ist nicht deins und du sagst: „Vielen Dank, Sie haben sich wirklich Mühe gegeben. Ich fühle mich darin nicht wohl, ich lasse es.“
Vielleicht ist sie kurz irritiert. Vielleicht nickt sie professionell. So oder so, du gehst raus, ohne dich selbst zu verraten.
Das ist der Punkt: Grenzen setzen heißt nicht, dass du unfreundlich wirst. Es heißt, dass du ehrlich wirst. Und Ehrlichkeit ist die Basis für gesunde Beziehungen, privat und beruflich.
Fazit: People Pleasing endet dort, wo deine persönliche und gesunde Grenze beginnt.
People Pleasing ist nicht dein Charakter oder deine Persönlichkeit. Es ist ein Muster.
Und Muster lassen sich verändern, wenn du anfängst, früher hinzuhören, klarer zu sprechen und die Mini-Spannung auszuhalten, die eine Grenze manchmal erzeugt.
EIN NEIN ZU ANDEREN KANN EIN JA ZU DIR SEIN oder anders gesagt. EIN KLARES JA ZU DIR, IST EINE BEWUSSTE ENTSCHEIDUNG FÜR DICH.
Und das ist nicht egoistisch. Das ist Selbstführung.
Du kannst und darfst nett sein und trotzdem Grenzen setzen. Genau das ist echte Stärke und Souveränität.
Dein nächster Schritt:
Hol dir eines meiner kostenfreien Extras, wenn du meinen Newsletter die simply good NEWS abonnierst.
Abonniere meine simply good NEWS und hol dir regelmäßig Impulse für mehr souveräne Kommunikation, innere Ruhe, souverän gesetzte Grenzen und Leichtigkeit im Job.
Dabei darfst du es dir selbst leichter machen. Und du musst diesen Weg nicht allein gehen
Wenn du jetzt spürst: „Da ist mehr möglich für mich.“
Dann ist das kein Zufall. Dann ruft etwas in dir nach Veränderung des Musters. Nach innerer Ruhe. Nach dem Wunsch, dich selbst wieder zu spüren, ohne schlechtes Gewissen. Und ohne dich dafür verbiegen zu müssen.
In meinem kostenfreien 1:1 Orientierungsgespräch schauen wir gemeinsam:
- Was dich im Moment wirklich ausbremst
- Was dein Körper dir sagen will, obwohl deine Gedanken dir immer wieder was anderes sagen.
- Und wie du zurück zu innerer Stabilität findest, Schritt für Schritt, alltagstauglich, stärkend.
Herzlichst,
Bettina
Hast du dich schon zu meinen Newsletter simply good NEWS angemeldet? Samtags um 9:30 Uhr gibt es zu einem ausgewähltem Thema Insights, Übungen und News.
Bleib auf dem Laufenden zu Coaching, Kommunikationsfähigkeiten, Businesstipps, Journaling, Klarheit, Stressreduktion, und vieles mehr. Auf der Anmeldeseite, kannst du dir auch eines der kostenfreien Extras aussuchen, die dich auch schon weiterbringen.
Du kannst dir hier ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch für deine Fragen und für mehr Klarheit buchen. 20-30 Minuten für erste AHA-Momente und Fragen stellen, um festzustellen, ob wir zusammen arbeiten wollen, um deine Herausforderung anzugehen.
Lust auf Instagram tägliche Impulse zu erhalten?
Bettina
dein simply good COACH für deinen Selbstwert und deine souveräne Kommunikation
DU willst besser kommunizieren, mehr Klarheit und Souveränität im Beruf ausstrahlen? Dann begleite und unterstütze ich dich gerne auf deinem Weg.
